Allgemeines

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Jeder Mensch besitzt über 500.000 Haarwurzeln. Auf dem Kopf wachsen davon ca. 100.000 bis 150.000. Die Anzahl der Haupthaare ist von der Haarfarbe abhängig. Dunkelhaarige Menschen haben im Schnitt weniger Haare als hellhaarige. Blonde können bis zu 150.000 Haare haben. Das bedeutet, dass die Haardichte zwischen 140-240 Haare pro cm² schwankt. Haare wachsen pro Tag ca. 0,35 mm oder ungefähr 1cm/Monat.
Haare haben eine durchschnittliche Dicke von 0,07mm. Ein Haar von 15 cm Länge wiegt ca. 1mg. Sind alle Haare 15 cm lang, so wiegt die Haarpracht ca. 100g.

Die drei Schichten des Haares
Unter dem Elektronenmikroskop zeigt sich, dass ein Haar nicht homogen, sondern aus verschiedenen Zelltypen aufgebaut ist.

Cuticula-Zellen, die Schuppenschicht
Fest strukturiert und weitgehend resistent gegenüber äußeren Einflüssen schützt sie das Haarinnere.

Cortex-Zellen, der Faserstamm
Bestehend aus spindelförmigen, ineinandergreifenden Zellen von ca. 5 µm Dicke und 100 µm Länge, ist der Cortex für Stärke, Elastizität und Reißfestigkeit zuständig. Den schmalen Raum zwischen den Zellen füllen Lipo-Proteine. Die extrem raffinierte Struktur des Haares macht es gleichzeitig hart und elastisch – fest und zugleich formbar. Hierfür ist zum einen die chemische Zusammensetzung verantwortlich, zum anderen besondere, kosmetisch relevante Materialeigenschaften

Haare sind durch die Aminosäure Cystin chemisch hoch quervernetzt. Obwohl sie dadurch in Wasser unlöslich werden, hat Wasser für das hydrophile Material Haare eine fundamentale wie kosmetische Bedeutung. Es beeinflusst die Elastizität, die Frisierbarkeit, die Schönheit des Haares.

Anders als beim Schwamm werden Wassermoleküle nach der Adsorption nicht nur physikalisch gespeichert, sondern auch chemisch über schwache Bindungen im Haar festgehalten.

Dehnbarkeit und Quellungsverhalten des Haares erreichen unglaubliche Werte. Man kann selbst trockenes Haar mit einer Restfeuchte von 15 % um bis zu 50 % dehnen, bis es bricht. Nasses Haar nimmt bis zu 30 % des Eigengewichtes an Wasser auf, quillt um 14 % und reißt bei einer Belastung von 60 – 70 g. Wird es mehr als 30 % gedehnt, verliert es jedoch seine Spannkraft.

Wann sollte ich mit meiner Haarbehandlung anfangen?
Je früher gegen ein Haarproblem vorgegangen wird, desto effektiver sind die Therapien. Egal ob Sie Haarausfall, splissiges Haar oder mit anderen Haarproblemen konfrontiert werden - die Früherkennung ist für den Behandlungserfolg sehr wichtig.

In Abhängigkeit von Lebensalter und Körperstellen lassen sich drei verschiedenartig aufgebaute Haartypen unterscheiden:

1.) Lanugohaar ist das Körperhaar des Feten im Mutterleib, welches nach der Geburt durch Vellus- und z. T. auch sofort durch Terminalhaar ersetzt wird. Es ist unpigmentiert, kurz, weich und besitzt kein Haarmark.

2.) Vellushaar (Wollhaar) ist ebenfalls kurz, dünn und größtenteils marklos und unpigmentiert. Es bildet die allgemeine Körperbehaarung bis zur Pubertät und z. T. auch darüber hinaus.

3.) Terminalhaar - Die Kopfbehaarung, die Wimpern und die Augenbrauen bestehen bereits bei Geburt aus Terminalhaar. Am Körper wird das Vellushaar beim Mann mit Beginn der Pubertät zu etwa 90% Schritt für Schritt durch Terminalhaar ersetzt, bei der Frau sind es hingegen nur ca. 35%. Terminalhaar ist dick, lang und meist markhaltig und je nach individueller Haarfarbe auch pigmentiert.

Vellus- und Terminalhaare lassen sich nicht immer so genau voneinander unterscheiden. Die Übergangsform nennt man dann Intermediärhaar. Ein Haarfollikel kann im Laufe seines Lebens verschiedene Haartypen bilden. Am deutlichsten wird dies in den Achselhöhlen und im Genitalbereich, wo Vellushaare in der Pubertät durch den Einfluss der Sexualhormone in Terminalhaare umgewandelt werden. Aber auch der umgekehrte Weg ist möglich, so kann beispielsweise beim anlagebedingten Haarausfall am Kopf eine allmähliche Rückbildung vom Terminalhaar zum Vellushaar erfolgen.
 

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